EIN ETWAS ANDERES, NICHT SÄKULARES BILD VON "GOTT"

Die Frage, ob es Gott gibt, wird der Mensch nie zweifelsfrei beantworten können. Gleichwohl liegt es in unserem Wesen, das Phänomen GOTT zu hinterfragen.

MEINE GRUNDSÄTZLICHE EINSTELLUNG:
Es gibt durchaus Möglichkeiten, dem ausgeprägten Unwissen ein Erklärungsmodell gegenüberzustellen, das vor allem auf Logik und Plausibilität beruht. Ein solches Erklärungsmodell bietet (im Vergleich zu Unwissenheit) den entscheidenden Vorteil, mehr Orientierungssicherheit gewinnen zu können (zahlreiche Studien haben gezeigt, dass eine bessere Orientierung vor allem dazu beitragen kann, ein erfülltes und gesundes Leben zu führen).

GRUNDLAGEN:

  • Faktenbasierte Erkenntnisse, z. B. die Existenz der Evolution = Zunahme der Komplexität = der „rote Faden“ der den Sinn des Universums und des Menschen nahelegt.

  • Annahmen in Bezug auf Logik und Plausibilität, die sich am Sinn des Fundmentalen (wie der Evolution) orientieren.

MEINE THESEN:
Es sind vor allem vier göttliche Eigenschaften, die üblicherweise mit dem Bild von Gott verknüpft werden, obwohl sie eine gewisse Widersprüchlichkeit aufweisen:

ALLMACHT
Ein allmächtiger Gott ist uneingeschränkt souverän. Er muss niemandem etwas beweisen, auch nicht slch selbst. Er kann alles und zu jeder Zeit ändern und gestalten. Insofern ist es mehr als wahrscheinlich, dass die Schöpfung eines allmächtigen Gottes, von Beginn an ohne den geringsten Makel gewesen wäre. "Nachbesserungen" oder Optimierungen, z.B. durch die Evolution, wären zu keiner Zeit notwendig.

ALLWISSENHEIT
Diese entbehrt jeder Neugier, denn alles Wissen ist bereits vorhanden. Die Evolution wäre überflüssig. Alles was schon passiert ist und in Zukunft noch passieren wird, ist Gott bekannt. Das im Universum herrschende Prinzip der Einzigartigkeit in Verbindung mit der zunehmenden Komplexität deutet jedoch auf das Vorhandensein von „Neugier“ und dem Streben nach Wissensvermehrung hin.

BARMHERZIGKEIT
kann nur geübt werden, wenn die Fähigkeit für Empathie und ethisches Verhalten angelegt ist. Im Universum existiert jedoch das (aus menschlicher Sicht) Gute und Böse gleichberechtigt nebeneinander. Nur auf dieser Grundlage kann sich Fortschritt im Sinne der Evolution entwickeln ("gut" ist, was sich durchsetzt).

VOLLKOMMENHEIT
Sie steht für absolute Perfektion, die nicht mehr steigerungsfähig ist. Welchen Sinn sollte es dann machen, dass ein vollkommener Gott ein Geschöpf erschafft, das so unvollkommen ist, wie der Mensch?

MEIN FAZIT:
  • "Gott" ist weder allmächtig, allwissend, barmherzig oder vollkommen.

  • Ich halte es viel mehr für wahrscheinlich, dass dem "Göttlichen" ein selbstlernender KOSMISCHER ALGORITHMUS zugrunde liegt. Dazu passt, dass die Evolution den Charakter eines kreativen, von "Neugier" getriebenen, geistigen Prozesses besitzt und der Faktor Information die wichtigste Grundsubstanz im Universum darstellt.

  • Der Mensch ist in Bezug auf den erwähnten "gottesähnlichen" Algorithmus mit einem Fraktal vergleichbar, besitzt also ein hohes Maß an Selbstähnlichkeit mit dem großen Ganzen. Diese Selbstähnlichkeit bezieht sich nicht nur auf unsere existentielle Abhängigkeit von Kommunikation und den dadurch entstehenden sozialen Beziehungen sondern vor allem auch auf unser Verhalten. Dieser Zusammenhang wird sehr schnell nachvollziehbar, wenn man sich bewusst macht, dass das ganze Leben eines Menschen primär darauf ausgerichtet ist, den persönlichen Informations-Speicher zu erweitern, insbesondere über neue Erfahrungen und neues Wissen.

Ein Erklärungsmodell zu der Frage "Wie Information mit dem KOSMISCHEN ALGORITHMUS zusammenhängt", finden Sie auf dieser Seite…